Gewalt in der Schule - Eine Schüler- und Lehrerbefragung

Sozialarbeiter - Interview 2

3.10 Gespräch mit Herrn P., Sozialarbeiter

 

Da Herr P. auch Klassenausflüge in den Klassen, in dem es zu Schwierigkeiten kommt, mitmacht, kann er beschreiben, das die Schüler gegenüber früher statt Alkoholexesse sich heute eher alle zukiffen. Er denkt, daß Haschisch zumindest für Schüler aus dem BVJ-Bereich als Einstiegsdroge gelten kann.

Momentan gibt es 12 Fälle von Schulverbot für 3 Monate an unserer Schule. Diese Jugendlichen sind durch schwerwiegende Straftaten aufgefallen. Die Dunkelziffer schätzt Herr P. noch einmal so hoch. Die Jugendlichen mit Schulverbot sind alle Ausländer und alle männlich. Sie kommen bis auf ein oder zwei Ausnahmen alle aus dem BVJ-Bereich.

Herr P. sieht in den Sicherheitsmaßnahmen ( z.B. Schwarze Scheriffs) nicht eine volle Lösung des Gewalt- und Drogenproblems an der Schule. Er würde gern zusammen mit den Beratungslehrern und einem zusätzlichen Sozialarbeiter einen Freizeitbereich in der Schule einrichten. Dies hätte den Effekt, daß es mehr mit den Schülern direkt zu tun hätte und dadurch auch besseren Kontakt zu ihnen erhielte.

So ein Freizeitbereich wäre etwas Tolles, wenn z.B. am Montagmorgen kein Unterricht in den Problemklassen möglich wäre und man dann besser Spiele und Gespräche führen sollte, anstatt auf Biegen und Brechen den Unterrichtsstoff durchzuziehen.

Auch die Initativen der SV sind keine weltbewegenden, weil die Schüler hier meist nicht länger als 1 bis 2 Jahre bleiben. Auch hatte die SV früher einen eigenen Raum, nähmlich den, den heute der Schulassistent bewohnt. Dieser Raum ist aus Geldmangel umstrukturiert worden.

Herr P. macht täglich Hausbesuche bei den Familien der Problemschüler. Dort sieht er die Gründe für die Auffälligkeiten. Es sind häufig arme Familien, in denen die Eltern arbeitslos sind oder es sind alleinerziehende Mütter und Väter. Oft ist bei den Eltern auch Alkoholmißbrauch zu beobachten. Die Kinder werden lieber vor den Fernseher gesetzt, als daß man sie erzieht. So kennen sie keine Grenzen und konsumieren zu viel. Da der finanzielle Rahmen jedoch nicht für die teuren Klamotten, die benötigt werden, um bei den Gangs dazuzugehören, ausreicht, wird eben gestohlen.

Weiter

Impressum | Kontakt | ©2007 infos-gegen-gewalt.de